NABU Landesvorsitzender fordert Erhalt der „Kahlen Schmücke“ 22.06.2002

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Am 22. Juni 2002 hatte der neu gewählte Landesvorsitzende des NABU Thüringen e.V. , Christian Bollensdorff, mit Vertretern des Vereins zum Schutz der Kahlen Schmücke ein Treffen auf der „Kahlen Schmücke“ und informierte sich über das schützenswerte Areal und die Konflikte verschiedener Nutzungsinteressen.

Durch Druck des NABU und der anderen Umweltverbände wurde die „Kahle Schmücke“ als letztes FFH-Gebiet von der Thüringer Landesregierung nachgemeldet. Die herausragende Naturausstattung ist mit zahlreichen prioritären Arten (Kammmolch, Wildkatze, Eremit, Fledermäusen) und Lebensräumen, wie Kalktrockenrasen und Orchideenbuchenwald, gegeben.

Nun gibt es offensichtlich für das an Brüssel gemeldete FFH-Gebiet auch wirtschaftliche Interessen, und die Grenzen des Gebietes sollen so geändert werden, dass der Abbau von Kalk, Kies, Sanden und die Querung durch die in Planung befindliche Autobahn A 71 (Erfurt-Artern) den wirtschaftlichen Ansprüchen angepasst wird.

„Das FFH-Gebiet ist ohne Abstriche zu erhalten“, fordert Christian Bollensdorff. „Der NABU erwartet weiterhin die sofortige Ausweisung der Kahlen Schmücke als Naturschutzgebiet (NSG)“. Nach der Wende war die Kahle Schmücke einstweilig unter Schutz gestellt, der aber ausgelaufen ist. Nun ist die Aufnahme in die Prioritätenliste zur Ausweisung der Landesverwaltungsamtes unbedingt notwendig, zumal im Regionalen Raumordnungsplan Nordthüringen von 1999 auf die Defizite hingewiesen wird.

„Durch den Bau der A 71 darf es keine negativen Auswirkungen für die Kahle Schmücke geben,“ ergänzt der NABU Geschäftsführer Johannes Schubert. „Für den NABU kommt nur die 1.750 m lange Tunnellösung in Frage, alle anderen Varianten sind nicht genehmigungsfähig. Durch die DEGES sind zudem für die Eingriffe in den Landschaftsraum langfristig wirksame Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen umzusetzen."

In der Thüringer Allgemeinen vom vergangenen Samstag wurde über die Vorstellungen der DEGES und der Landtagsabgeordneten Jörg Kallenbach und Detlev Braasch berichtet, ohne den brisanten Abschnitt „Kahle Schmücke“ zu erwähnen.


Quelle: NABU Thüringen