Verein zum Schutz der Kahlen Schmücke (e.V.)  

Der Arbeitskreis Bundesautobahn A 71 hat sich 3 Jahre lang intensiv mit diesem komplexen Problem befasst. Einst waren wir vom Gemeinderat Oberheldrungen ernannt, die Stellungnahme der Gemeinde im Rahmen des Raumordnungsverfahrens zu erarbeiten und regional-, landes- und bundesweite Kontakte zu knüpfen, Verbündete zu suchen, die unser regionales Anliegen unterstützen - nämlich die Meldung der Schmücke als FFH-Gebiet, als eine wesentliche Voraussetzung für die als Ergebnis des ROV (Raumordnungsverfahren) festgestellte Tunnelvariante. Bald wurden wir aber dem damaligen Gemeinderat unbequem, als wir bemerkten, dass neben den Planungen für die BAB A 71 im Bereich Kahle Schmücke der Abbau mitgeplant wird! So wurden wir kurzerhand unseres ehrenamtlichen Engagements als Arbeitsgruppe des Gemeinderates Oberheldrungen "entledigt" - die AG wurde aufgelöst. Warum? Diese Entscheidung war uns unbegreiflich, und so arbeiteten wir als Bürgerinitiative mit den gleichen Zielstellungen weiter: Erhalt der Kahlen Schmücke (Meldung als FFH-Gebiet) und damit verträgliche Trassenführung der künftigen Autobahn. Trotz erheblichen Widerstandes sind wir seit der letzten Kommunalwahl im Juni 1999 mit 2 Sitzen im Gemeinderat vertreten als Fraktion Bundesautobahn (BAB) A 71 und konnten erreichen, dass die Kahle Schmücke als FFH-Gebiet Nr. 29 an die EU gemeldet worden ist, mit vielen Hindernissen. Die Landesregierung unseres schönen Thüringens, dem grünen Herzen Deutschlands, hat mit dieser Meldung den einzigartigen Naturwert unseres Heimatberges anerkannt.

Mit Entsetzen erfuhren wir jetzt, dass der Gemeinderat Oberheldrungen den Kalksteinabbau in der eigenen Gemarkung geplant und befürwortet hatte (Beschluss Nr. 4-12/1991; 14-15/1991). Somit erklärt sich einiges was wir vor 2 Jahren nicht verstehen konnten. Es ist nicht auszuschließen, dass diese einstigen Planungen für künftige Flächennutzungen zuungunsten einer naturverträglichen Trassenführung der Bundesautobahn und für den Kalksteinabbau mitverwendet worden sind! Diese Planungen stehen jedoch der ständig bekundeten und vor den Bürgern artikulierten Haltung gegen den Kalksteinabbau (Informationsblatt der Gemeinde Oberheldrungen) entgegen.

Noch ist es nicht zu spät, auch wenn Abwägungsprozesse gegen den Willen der Bürger und ohne deren Wissen stattgefunden haben, und deshalb Resignation zu spüren ist, weil man sich betrogen fühlt! Wir werden keine Begründung des Abbaus unter dem Deckmantel der Notwendigkeit des Autobahnneubaues zulassen. Einem starken Bürgerwillen für den Erhalt des Gebietes wird man nicht entgegenstehen! Wir haben noch Chancen, die genutzt werden sollten. Von der Bestätigung der Schmücke als FFH-Gebiet zur Aufnahme in das Europäische Naturschutzgebietsnetz NATURA 2000 hängt nicht nur die umweltverträgliche Trassenführung der von uns allen erwünschten künftigen Autobahn ab, sondern auch die Entwicklung unserer Region - ob hier eine Baggerlandschaft zugunsten weniger Arbeitsplätze entsteht, oder ob die Schmücke für uns alle als Naturschutzgebiet erhalten bleibt. Unsere Region darf nicht "absterben"; Investoren werden aber nicht nur durch moderne Infrastrukturen (Autobahn) "angelockt", sondern auch durch ein intaktes natürliches Umfeld, in dem sich alle wohlfühlen. Unser Verein zum Schutz der Kahlen Schmücke wird dazu seinen Beitrag leisten mit weiterem Einsatz für den Schutz und die Erhaltung des Gebietes.

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